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Ich widme den letzten Artikel dieses unsäglichen Jahres einigen spieltheoretischen Überlegungen, weil der Spieltheorie meines Erachtens viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, obwohl sich mit ihrer Hilfe einige grundlegende Aspekte menschlichen Handels ziemlich gut erklären lassen. Denn die Spieltheorie stellt weniger auf psychologische oder soziologische Aspekte menschlichen Verhaltens ab. Sondern postuliert, dass Entscheidungen und Handlungen nicht nur von einem selbst abhängen, sondern in besonderem Maße auch davon, wie die anderen (Akteure des jeweiligen Spiels) sich verhalten.

Nehmen wir zur Illustration etwa die 2008 geplatzte US-amerikanische Subprime- und Hypothekenblase, die mit verantwortlich sein dürfte für die jetzige noch um einiges gravierendere Staatsschuldenkrise. Und vermutlich auch Anstoß gab für Bewegungen wie Occupy Wallstreet und Slogans von “Stop Capitalism” bis “Banken in die Schranken”. Nun könnte man natürlich hingehen und behaupten, dass die Krise vor allem dadurch ausgelöst wurde, dass die verantwortlichen Banker schlicht zu gierig gewesen sind. Dass man von Staats wegen die Finanzmärkte stärker hätte regulieren müssen. Und das ganze System ohnehin nur korrupt ist und ungerecht. Was alles sicherlich nicht unwahr ist. Aber leider auch ein bisschen zu kurz greift, wie ich finde.

Sehen wir uns noch einmal an, wie sich das Drama abgespielt hat, an dem im Großen und Ganzen fünf Akteure beteiligt waren: Die Kreditnehmer, die so genannten “Leute wie Du und ich”, die Kredit gebenden Geschäftsbanken, die mit diesen Krediten Handel treibenden Investment-Banken, die diesen Handel absichernden Rückversicherer und, last, but not least, derjenige, der am Ende die Zeche zahlte: Vater Staat und damit wieder die so genannten “Leute wie Du und ich”. Und da viele von uns diese unsägliche Geschichte inzwischen vermutlich auswendig aufsagen können, der Spielaufbau zum großen Crash hier noch einmal in Kürze.

Regel 1: Erfinde Mortgage Backed Securities (MBS), also durch Hypotheken gesicherte Wertpapiere, durch die Immobilien-Kredite gebündelt und von Geschäftsbanken an Investmentbanken weiterverkauft werden können. Dadurch wird vor allem das Risiko der Geschäftsbanken minimiert, die sich fortan nicht mehr darum sorgen müssen, dass die Kredite auch zurückgezahlt werden. Oder die Kreditnehmer überhaupt Geld besitzen, um einen Kredit aufnehmen zu können.
Regel 2: Erfinde Credit Default Swaps, also eine Kreditausfall-Versicherung für den Fall, dass die von den Investmentbanken aufgekauften MBS sich als wertlos erweisen etwa, weil die letzten Endes dahinter stehenden Kreditnehmer zahlungsunfähig werden – oder von vornherein überhaupt nicht kreditwürdig waren.
Regel 3: Versorge den Markt mit billigem Geld, vor allem, wenn die Börsen nach Dotcom-Blase und 11. September darniederliegen wie heute die Weltwirtschaft. Denn billiges Geld verleitet die Banken grade dazu, noch mehr Kredite zu vergeben.
Regel 4: Bring Subprime-Kreditnehmer ins Spiel, also Menschen, die überhaupt nicht in der Lage sind, Schulden für aufgenommene Kredite zu bedienen, etwa Paula Taylor, der ein Kredit aufgeschwatzt wurde mit Ratenzahlungen von  2.200 Dollar im Monat – bei einem Gehalt von 1.500 Dollar.
Ziel des Spiels: Oder um noch einmal auf die Spieltheorie zu sprechen zu kommen: Was passiert wohl, wenn man das Risiko für die Vergabe eines Kredits derart minimiert? Wenn sich der Kreditgeber nicht darum scheren muss, ob der Kreditnehmer überhaupt kreditwürdig ist, weil er den Kredit gleich an einen Dritten weiterveräußert und dafür eine fette Provision kassiert? Wenn derjenige den womöglich völlig wertlosen Kredit als gutes Geschäft ansieht, weil er sich bei einem vierten gegen mögliche Kreditausfälle rückversichert, weshalb sogar scheinbar renommierte Rating-Agenturen derlei faule Kredite mit AAA-Bestnoten bewerten? Und all das finanziert mit billigem Geld, das fast umsonst zu haben ist? Muss man tatsächlich ein Prophet sein um vorauszusagen, was passieren wird in einem Spiel, bei dem all die Voraussetzungen gegeben sind?

Was kam ist allseits bekannt. Die Subprime-Kreditnehmer konnten bald schon ihre Zahlungen nicht mehr leisten. Häuser wurden verpfändet und wieder auf den Markt gebracht. Die Immobilienpreise sanken in der Folge, Panik brach aus. Und plötzlich saßen alle auf einem ziemlich großen Haufen fauler Papiere, die die Rückversicherer selbstverständlich nicht abzuwickeln imstande waren. Weshalb die Staaten, also letztlich die Bürger, einspringen und die Zeche bezahlen mussten. Und auch wenn es natürlich ein Leichtes ist, im Nachhinein zu behaupten, man hätte das alles sehen können, zeigt sich, wie ich finde, doch, dass es vermutlich nicht allein oder hauptsächlich Gier war, der dieses Drama befeuerte. Es war eher ein Rausch, in den sich die Akteure hinein spekuliert haben. Denn wenn man sich die Rahmenbedingungen ansieht, kann man selbst leicht nachvollziehen, dass es den Beteiligten vorgekommen sein muss, als hätten sie eine Methode zur wunderbaren Geldvermehrung entdeckt. Weil sich offenbar niemand vorstellen konnte, dass all die selbsterschaffenen Giganten am Ende nicht groß genug sein würden, um all die ausfallenden Kredite zu stemmen.

Das soll nun keine Entschuldigung werden für all das unseriöse, oft genug gar kriminelle Verhalten der für die Krise Hauptverantwortlichen. Und erst recht nicht für dieses ehrlose Verhalten, erst hunderte Millionen von Euro und Dollar Boni einzustreichen, um dann das eigene Unternehmen gegen die Wand zu fahren und sich schließlich vom Staat retten zu lassen. Interessant ist dennoch, dass es vor allem die Rahmenbedingungen waren, die die Handelnden überhaupt in diesen Wahnsinn regelrecht getrieben haben.

Oder in den sie sich haben treiben lassen wollen. Schließlich waren nicht wenige, etwa der ehemalige US-Notenbankchef Greenspan, aktiv an der Gestaltung all dieser Regelungen beteiligt. Allerdings bleibt am Ende immer noch die Frage, ob sich einer von uns unter all den genannten Aspekten anders verhalten hätte. Und auch darauf gibt die Spieltheorie eine recht eindeutige Antwort, wie ich finde: Mit ziemlich Sicherheit nicht.

Man muss fairerweise sagen: Die Sache ist vertrackt. Das unserer Gesellschaft zugrundeliegende Geldsystem mit Zinseszins und Geldschöpfung mag zwar ungerecht, fehlerhaft und möglicherweise auch vollkommen undurchdacht sein. Damit ist allerdings nicht eine Sekunde die Frage beantwortet, wie dieses System denn überhaupt zu ändern wäre. Denn selbst wenn sich alle Menschen einig wären (was sie nicht sind), dass der Zins abgeschafft und die Geldschöpfung zumindest eingeschränkt werden müsste, und alle Menschen, auch die Reichen, sogar dafür zu gewinnen wären (was definitiv nicht passieren wird), wären allein die aus der Forderung nach einem Negativzins resultierenden Effekte derart gewaltig, dass es zu Krieg und Bürgerkrieg kommen würde, selbst wenn die gesamte Menschheit versuchen würde, diesen Systemwechsel friedlich und einvernehmlich zu vollziehen. Schließlich reden wir darüber, ausnahmslos alle derzeitigen Besitzstände infrage zu stellen und ggfs. zu überdenken. Was aller Wahrscheinlichkeit nach ins Chaos führen dürfte. Selbst wenn alle damit einverstanden wären. Also steht uns ein Krieg, ein Weltkrieg bevor, ganz gleich was unternommen wird und wie sehr mittlerweile alle bemüht sind, eben dies zu verhindern? Ich muss leider sagen: ja. Auch wenn ich nichts groß übrig habe für Weltuntergangspropheterie deutet alles darauf hin, dass wir auf einen Krieg zusteuern. Der – auch wenn er noch ein paar Jahre auf sich warten lassen dürfte – momentan offenbar nicht zu vermeiden sein wird.

Da wir allerdings (vorausgesetzt meine Schwarzmalerei trifft wirklich zu) noch ein bisschen Zeit zu haben scheinen, und Zeiten wie diese nicht nur große Risiken, sondern auch Chancen in sich bergen, hier ein weiteres Mal die Skizzierung der nahe liegenden Lösung, die ich im Moment sowohl für machbar als auch für durchaus geeignet halte, die uns bevorstehenden Probleme zumindest abzufedern. Wenn nicht gar Ausgangspunkt sein könnten, das bestehende System in ein anderes zu überführen.

1. Es muss einfach gesagt werden, dass keine Initiative bislang durchschlagenden Erfolg hat. Ganz gleich, ob sich die Occupy als Ausdruck von 99% der Menschen begriffen werden oder nicht. Bei 98,9 % scheint das jedenfalls noch nicht angekommen zu sein. Ebenso sind andere Initiativen wie etwa Tauschringe und Regio-Währungen nett gemeint. Über einen gewissen Personenkreis hinaus aber nicht weiter von belang.

2. Das an dieser Stelle zigmal bereits thematisierte – und im Rahmen des PAL-Projektes auch praktisch erprobte – Fureai Kippu halte ich persönlich hingegen für durchaus geeignet, eine große Menge Menschen tatsächlich zu erreichen. Schließlich ist die Idee, Hilfebedürftige zu unterstützen prinzipiell wohl kaum zu kritisieren. Außerdem ist das dahinterstehende Prinzip ziemlich einleuchtend und leichter vermittelbar als trockene Diskussion über die Nachteile des Geldsystems. Schließlich ist ein gewisses öffentliches Interesse durchaus vorstellbar, da man wegkommt vom dagegen und hingeht zum dafür, und den Menschen einen einfachen Weg zeigt, die Welt jetzt, hier und heute zu verbessern. Und nicht nur davon zu reden wie schön es denn wäre, wenn.

3. Durch die von vornherein erklärte Absicht, dieses Vorhaben nicht aus ehrenamtlichem Bedürfnis heraus umzusetzen, sondern mit dem vornehmlichen bestreben, eine komplementäre Währung aufzubauen gibt diesem Vorhaben die ideologische Grundlage und verweist zugleich darauf, dass der Umbau des Gesellschaftssystems Hauptziel bleibt und bleiben muss.

4. Durch die Integration jener Prozesse, die etwa durch die Tauschringe bereits abgebildet werden, ist es – losgelöst vom ursprünglichen Fureai Kippu – denkbar, das im Rahmen des Projektes geschaffene, zeitbasierte Zahlungsmittel auch heute schon als Währung in Umlauf zu bringen, für gewissen Dienstleistungen etwa oder – wie bei den Ithaca Hours – für nachmittagliche Kinobesuche.

5. Durch die bereits vorhandenen Strukturen von Occupy bis Tauschring, und ausgehend vom Wunsch der “99%”, etwas zu verändern, wäre es durchaus denkbar, dass diese Idee recht schnell auch andernorts umsetzbar wäre.

Zumindest wenn einige grundliegende Probleme gelöst werden, die ich nachfolgend – und sicherlich nicht erschöpfend – noch einmal kurz skizzieren möchte:

1. Monetäre Probleme: Schöpfung von Geld bringt immer Probleme mit sich. Etwa die Frage, wer autorisiert ist, im Rahmen des Projektes geleistete Stunden zu bescheinigen. Und welche Leistungen zu verrechnen überhaupt zulässig sind.

2. Akzeptanzprobleme: Außerdem stellt sich die Frage nach den Konsequenzen, die generelle aus der Akzeptanz eines solchen Zahlungsmittels resultieren. So etwa die Frage, ob Zeitstunden überhaupt gespart werden dürfen oder auch dem Schwund unterliegen sollten (was etwa die Tauschringe so praktizieren). Und welche  Handlungszwänge entstehen, wenn man eine solche Komplementärwährung zur Abwicklung sozial bedeutsamer Arbeiten akzeptiert.

3. Fiskalische Probleme: Immer noch die Frage, wie solche Arbeiten zur Schwarzarbeit abzugrenzen sind.

4. Organisatorische Probleme: Das PAL-Projekt hat gezeigt, dass wir nicht einfach loslaufen und uns um ein paar alte Leute kümmern können. Die Ablauforganisation der betreuenden Institutionen – etwa der Altenheime – muss berücksichtigt werden. Da gibt es noch ziemlich viel Klärungsbedarf.

5. Technische Probleme: Also die Frage, wie geleistete Stunden verbucht würden, was in Zeiten des Internets allerdings lösbar erscheint. Etwa durch die von vielen Tauschringen verwendete Software, über die Zeitkonten geführt werden können.

All dies wäre zu diskutieren. Und möglichst testweise umzusetzen. Ich kann im Moment selbst nicht sagen, ob sich diese Idee dauerhaft als tragfähig und lösungsorientiert erweist. Dies gölte es auszuprobieren. Wobei sich angesichts von Inflation (als de facto Negativzins) und 1-Euro Jobbern (die der Staat heute schon heranzieht, um die oben gemeinten Leistungen zu erbringen) die Frage stellt, ob wir uns weiterhin von den Entwicklungen treiben lassen wollen. Oder anfangen sie nach unserem Willen zu gestalten.

Liebe Finanzindustrie, hoch verehrte Banker,

ich melde mich nach langer Zeit zum ersten Mal wieder, weil ich es nicht länger ertragen kann, wie auf Ihnen herumgetrampelt wird. Fast scheint es mir gar, dass Sie an all dem, was seit Jahren inzwischen durch die Presse geistert, Schuld sein sollen. Damit aber wird Ihnen – und ich sage das aus tiefster Überzeugung – wahrlich Unrecht getan. Denn bei all dem Gezeter über Finanzderivate und Staatsschulden wird einfach übersehen, was sie für unser Land im speziellen und für den gesamten Planeten im allgemeinen geschaffen haben.

Es ist doch eine nicht auszulöschende Tatsache, dass das durch das Geldsystem geschaffene Geld nirgendwo geparkt werden könnte, wenn Sie nicht auf diese unglaublich pfiffige Idee mit den Finanzmärkten überhaupt erst gekommen wären. Teufel, das haben sie wirklich bravourös erledigt. Und dann zugleich die Menschen glauben zu machen, dass diese Finanzmärkte zu etwas anderen nützlich wären als all das überflüssige Geld aufzunehmen. Meine Herren, davor ziehe ich meinen Hut. Denn gäbe es sie nicht, diese vielfach und wahrlich zu Unrecht gescholtenen Finanzkonstrukte, man könnte vermutlich der Inflation beim explodieren zusehen.

Oder anders ausgedrückt: Flössen all die aus dem Nichts geschaffenen Melonen tatsächlich und vollständig in die reale Wirtschaft, würde ein Brot inzwischen längst Milliarden von Euro kosten müssen und die Frage offenbleiben, ob die Welt nicht bereits den vielzitierten Bach runtergegangen wäre. Da es zweifellos Ihr Verdienst ist, sich um diese so wichtige Sache bemüht zu haben, und – mit Einsatz all Ihrer Kraft – sowohl all die nichtwissenden Politiker als auch das als gemein verunglimpfte Volk von der Richtigkeit Ihrer Ideen überzeugt haben, gebührt Ihnen an dieser Stelle mein hochgeschätzter, vor lauter Demut viel zu mickrig geratener Dank, verbunden mit der Hoffnung, dass Sie sich auch weiterhin so sehr um unseren Wohlstand, unsere Gesellschaft, ja, um unseren gesamten Planeten so hingebungsvoll kümmern wie bisher.

Mit besten Grüßen verbleibend,

Simon Boulevard

Alle Menschen sind klug.
Die einen vorher. Die anderen hinterher.
Chinesisches Sprichwort

Ich kann mich gar nicht entscheiden, ob mich die Entwicklung, die die Occupy-Bewegung nimmt, eher langweilen oder einfach nur deprimieren soll. Langweilen tut sie mich ohne Frage, denn auch wenn die dort versammelte Gemeinschaft sich immer wieder recht putzige Aktionen überlegt und etwa symbolisch die “Banken in die Schranken” weist, ist damit nur wieder einmal der allgemeine Unmut bekundet worden, dass “das System” nicht gerecht ist. Irgendwie. Und überhaupt wäre es schon schön, “Großbanken zu zerschlagen” und “Reichtum umzuverteilen” Hauptsache, dass sich “was ändert“, weil es das schließlich muss. Da ist es natürlich auch wichtig, dass man gleich gegen alles demonstriert, was einen so offensichtlich stört an dem System und der Welt als solcher: Atomkraft natürlich. Afghanistankrieg – ja, wie kommen wir denn überhaupt da hin? Und Kinderarbeit selbstredend. Armut sowieso. Nicht zu vergessen dringend zu klärende Detailfragen wie etwa die Einführung eines Betriebsrats bei Lidl oder die Arbeitsbedingungen in irgendwelchen afrikanischen Uranminen. Herrje. Und weil man selber nicht so richtig weiß wie das alles gehen soll und warum das überhaupt so ist, ist zumindest klar, was all dem Abhilfe schaffen würde, weshalb – neben dem bereits Zitierten – vor allem “Echte Demokratie” gefordert wird. Und zwar jetzt. Sofort. Und überhaupt.

Nun ja, da ich mich ohnehin grade mit Klischees beschäftige, tut es insofern ganz gut zu sehen, wie stereotyp dieses Verhalten ist. Wie überraschungsarm. Und unglaublich vorhersehbar. Und ich würde ne Wette drauf abschließen, dass sich unter den AKW-Demonstranten und Stuttgart21-Gegnern sicher auch ein paar befunden haben, die wahlweise auch gleich gegen die Banken demonstriert haben. Und das System. Sowieso. Und überhaupt. Es scheint fast eine Art Herdenverhalten der Linken zu geben, sich bei jeder als irgendwie ungerecht empfundenen Situation zusammenzurotten, darüber zu schwadronieren und mit bisweilen sogar ziemlich witzigen Aktionen den eigenen Unmut zu bekunden. Auch wenn sich einem Außenstehenden nicht wirklich der Sinn erschließt, was damit bezweckt werden soll. Ich vermute ja insgeheim, damit man sich am Ende entschuldigend auf die Schultern klopfen und gegenseitig versichern kann: Wir haben es ja gleich gesagt. Denn angesichts der Tatsache, dass die aus der Anti-AKW-Bewegung hervorgegangen zwischenzeitlich gar an der Regierung beteiligte Partei es den Konservativen – und damit quasi den Gegnern – überließ, die Meiler mit und mit vom Netz zu nehmen. Ist von ein paar Demonstrationen und Auseinandersetzungen mit der Polizei abgesehen bei all dem linken Gehabe der letzten 30 Jahre nicht viel rausgekommen. Zumindest nichts Offensichtliches. Und das ist, was mich an der Bewegung so deprimiert. Dass sich offenbar stereotype Verhaltensmuster auf die – landläufig Occupy bezeichnete – Bewegung übertragen so als ginge es darum, die Abschaltung des nächsten AKW in Angriff zu nehmen. Oder gegen irgendeinen Bahnhof zu demonstrieren. Obwohl das mitnichten der Fall ist.

Die Probleme, die die Occupy anspricht, sind ernst. Und sie betreffen einen Großteil der Menschen. Wenn nicht uns alle. Und es ist schade, dass innerhalb der  Bewegung offenbar so wenig Anstalten gemacht werden, etwas Konkreteres zu tun als ein paar nette Schilder zu malen und ein paar kesse Sprüche draufzupinseln, sich als Banker zu verkleiden und mit Monoly-Geld um sich zu schmeißen, um irgendwen auf irgendetwas hinzuweisen. Die Bewegung demonstriert für mich damit lediglich, dass die sie tragenden Menschen ihrer selbst angemahnten Verantwortung nicht gerecht werden und sich vielmehr darin gefallen, Symbolisches zu tun, denn konkrete Lösungen zu gestalten. Womit eine große Chance vertan werden dürfte. Einmal etwas zu verändern. Bevor es dann schließlich knallt. So geschehen nach Fukushima. Allen Demonstrationen zum Trotz.

Es gibt etwas, das mir seit 2 Jahren auf der Seele liegt und auf den Magen schlägt. Kein Wunder, es hat mit Geld zu tun. Und mit dem Staat. Einige ahnen vielleicht, wohin diese Kombination führt: Finanzamt. Doch wie ich feststellen musste, nicht nur dahin. Alles ist vernetzt, alles ist global, alles ist abhängig. Und einer gewissen Abhängigkeit will ich mich nicht hingeben, nämlich der des Bankkredits.

Ich habe schon in meinem Studium lange gezögert, bis ich irgendwann doch aus finanzieller Not das Bafög beantragt habe. Ich will gar nicht davon sprechen, dass meine Bezugszeit um die Zeit verkürzt wurde, ich der ich es hätte haben können, es aber nicht wahr genommen hatte, auch wenn ich das an sich für eine seltsame Logik erachte. Aber um das Bildungsfördergeld soll es hier nicht gehen. Es geht um Steuern. Genauer, um Steuernachzahlungen. Diese hatte ich zu leisten, weil ich neben meinem Angestelltenjob mit direkt abgeführter Lohnsteuer als Freischaffende im Jahr zusätzlich 2000 Euro  verdient habe. Das ist aufs Jahr gerechnet NIX. Meine beiden Einkünfte werden jedoch zusammen gerechnet und ergeben somit eine Summe, für die ein höherer Steuersatz fällig ist, als wenn man meinen Lohn und meine Honorar unabhängig voneinander versteuern würde. Nun bleibt von 2000 Euro ja nicht viel übrig, und der laufende Lohn reicht für die laufenden Kosten, mehr aber nicht. Innerhalb von 2 Monaten soll ich nun knapp 200 Euro nachzahlen und 400 Euro voraus zahlen. Das macht 600 Euro. Innerhalb von 2 Monaten. Woher nehmen? Was tun? Man richtet sich zuerst an das Finanzamt und bittet entweder um Aufschub oder um Ratenzahlung.

Und das wird einem ja auch eventuell genehmigt, wenn man man seine finanzielle Lage darstellt und WENN MAN NACHWEIST, DASS MAN KEINEN KREDIT BEKOMMT. Und da wurde ich stutzig, um nicht zu sagen sauer. Ich verstehe ja, dass ich nach geltendem Recht in der Schuld des Staates stehe, und diese Schuld zu begleichen ist, schließlich muss der Staat ja auch kalkulieren. ABER: Verstehe ich das richtig, dass der Staat mich nun dazu treibt, oder gar von mir verlangt, mich bei Bankinstituten zu verschulden (mit Zinsen), um meine „Schulden“ beim Staat zu bezahlen? Waren  Staat und Wirtschaft nicht mal getrennt? (Gut, dass sie es nicht sind, wissen wir ja leider alle spätestens seit dem Rettungsschirm für die Banken! Ber diese Praxis scheint es länger zu geben:). Es gibt hier zwei Möglichkeiten: entweder ich verschulde mich bei einer Privatbank und muss Zinsen zahlen, die mich noch mehr in die Schuldenfalle treiben (oder kann ich die etwa von der Steuer absetzen?), was bedeutet, dass der Staat mich dazu zwingt, mich in den Strudel der Bankenwirtschaft zu begeben, die in den letzten Jahren für eine weltweite Krise gesorgt hat durch Menschen, Firmen, Staaten, die die Kredite nicht zurückzahlen konnten (und auf dem Wege sähe ich mich auch in Anbetracht meiner finanziellen Lage). Es könnte auch heißen, ich solle mich nicht bei der Privatwirtschaft, sondern bei den Landesbanken verschulden, aber dann würde ich mich ja beim Staat verschulden, um meine Schulden beim Staat zu begleichen. Hä?!

Sehen wir mal vom geltenden Steuerrecht ab, das ich als ungerecht betrachte – wie kann es sein, dass ein staatliches Amt mich dazu zwingt, mich bei einem Kreditinstitut zu verschulden mit zusätzlichen Schulden (Zins), die ich nicht bezahlen kann – sonst würde ich ja nicht um Aufschub oder Ratenzahlung bitten. Wie kann es sein, dass die demokratisch gewählte Regierung, die dem Volk zumindest in der Theorie (wie wir wissen, sieht es mit der Praxis durchaus mal anders aus) dienen soll von mir verlangt, meine Steuernachzahlung dadurch zu finanzieren, dass ich mich mit zusätzlicher Last bei den Banken verschulde?! Ich bin ja durchaus bereit, die Steuern zu zahlen, warum kann ich es nicht in zinslosen Raten abzahlen, wenn ich die finanziellen Mittel nicht habe, ohne zusätzliche Schulden zu machen?! Ich erachte das nicht nur als  paradox, sondern auch illegal, sollte der Staat doch von der Privatwirtschaft unabhängig sein. Dass er es nicht ist, haben wir ja leider in den letzten Jahren zugenüge gesehen. What a shame!

Wir hatten es ja kurz erwähnt, dass in Oakland einer der Demonstranten ernsthaft von der Polizei verletzt worden ist. Entsprechend war zu erwarten, dass sich zumindest der Oakland-Arm der Occupy-Bewegung radikalisierte und zunächst zum Generalstreik aufrief, dann, in der vergangenen Nacht, Oaklands Hafenanlagen blockierten und so den Betrieb des wichtigsten Umschlagplatzes der US-Westküste praktisch zum Erliegen brachte. Was insofern einem Pyrrhussieg gleichkommen dürfte, als die bis dato mehr oder minder friedliche Bewegung nun einen ersten Anlass gibt, notfalls mit Gewalt gegen sie vorzugehen.

Damit zeigt sich aber auch gleich das Dilemma, das diese offenbar weltweit Anklang findende Bewegung hat. Selbst wenn man ihr unterstellte, dass sie inhaltlich mehr zu bieten hat als nur eine unbestimmte Ahnung, dass unser Geldsystem schlicht ungerecht ist, und sich irgendwas irgendwie ändern sollte. Und zwar am besten sofort. Und überhaupt. Denn selbst wenn ein gewisser Konsens erzielt werden würde, was denn genau geändert werden müsste, bliebe immer noch die Frage, wie diese Änderungen – oder nennen wir sie doch besser: Umwälzungen – überhaupt zu erreichen wären. Zumal mit den von der Bewegung gern zitierten 1% eben jene Gesellschaftsschicht gemeint ist, die wesentlichen Einfluss hat auf die herrschende Ordnung. Und sicherlich nicht viel Interesse zeigen wird, ebendiese Ordnung über den Haufen zu werfen.

Was also soll man tun? Wenn man nicht unbedingt Hafenanlagen besetzen will? Forderungen erheben? Demonstrieren bis der Arzt kommt? Ausharren und auf bessere Zeiten hoffen? Oder gar auf Einsicht? Im Moment befeuert sich die Bewegung möglicherweise noch durch eine gefühlte weltweite Verbundenheit. Durch das Wissen womöglich, dass man im Recht ist. Irgendwie zumindest. Dass es so nicht weitergehen kann. Auch wenn vielleicht niemand so richtig weiß wohin es denn eigentlich gehen soll. Na ja, vielleicht hilft es ja, wenn wir Griechenland aus der Euro-Zone schmeißen. Oder die Tea-Party-Bewegung den nächsten Präsidenten stellt.

Ich bin dazu gefragt und nach meiner Antwort gebeten worden, das Gesagte noch einmal zu skizzieren. Weshalb ich nun kurz darlegen will, wie das japanische Fureai Kippu ein wesentlicher Baustein sein könnte, das bestehende System allmählich in das neue System zu überführen. Weil ich mir ziemlich sicher bin, dass nur wenige Wirrköpfe ein ernsthaftes Interesse an einem -wahlweise gar gewaltsamen – Umsturz haben. Auch wenn ein paar tausend Verzweifelte in ihrer Hilflosigkeit schon mal ne Hafenanlage besetzen. Oder Tottenham in Schutt und Asche legen.

Das japanische System Fureai Kippu ist denkbar einfach: Die jüngere Generation sorgt sich um die ältere Generation und bekommt im Gegenzug die geleisteten Stunden gutgeschrieben. Wenn die jüngere Generation dann selbst alt wird oder krank oder deren Eltern, können die geleisteten Stunden beansprucht werden, und jemand anderes kommt und kümmert sich um einen. Dieser Gedanke besticht durch seine schlichte Eleganz. Und zwar nicht, weil sich die Jungen um die Alten kümmern, was notwendigerweise überall auf der Welt geschieht. Sondern weil durch die Verrechnung der geleisteten Arbeit de facto eine Währung geschaffen wird.

Betrachtet man sich die lange Liste der allein in Deutschland existieren Regionalgeld-Initiativen, so wird schnell klar, dass die Idee von umlaufgesichertem Geld vielerorts unterstützt wird. Nimmt man nun noch die ebenso zahlreich vorhandenen Tauschringe hinzu, stellt sich fast schon die Frage, warum nicht mehr Leute längst etwas wissen über Freigeld & Co. Oder grade erst beginnen, sich dafür zu interessieren. Nun , wenn mir die Vermutung gestattet sei: ich glaube, es liegt vor allem daran, dass es sich um mehr oder minder gut funktionierende Experimente von bestimmten Personenkreisen handelt, die letztendlich unter sich bleiben und von weiten Teilen der Bevölkerung – wenn überhaupt – als spinnerte Exoten wahrgenommen werden. Oder anders ausgedrückt: Die Sache mit dem Regiogeld ist schlichtweg unsexy. Von Tauschringen ganz zu schweigen. Man muss sich nur mal die Namen einiger Initiativen ansehen: Allgäuer, Chiemgauer, Freitaler, Rhein-Neckar-Mark, Zschopautaler. Das klingt ja schon wie ein versammelter Heimatfilm.

Das aber macht es für Außenstehende, allenfalls am Rande Interessierte nicht unbedingt leicht, sich für eine solche Idee zu begeistern. Zumal die Bereitschaft, sich überhaupt in solchen Vereinigungen zu engagieren, generell nicht sehr hoch sein dürfte. Zumal der regionale Charakter all dieser Projekte eine überregionale Einbindung erschwert wenn nicht schier undurchführbar macht. Diese Nachteile würden durch das Fureai Kippu-System zumindest teilweise beseitigt, auch wenn das finale Ziel der Schaffung einer einheitlichen, mit einem negativen Zins belasteten Währung für einen Moment vernachlässigt würde. Dagegen hätte die Idee des Fureai Kippu den entscheidenden Vorteil, dass es eben nicht um Geld und all dieses langweilige Zinsgelaber ginge, sondern vornehmlich um die Beschäftigung mit und Hilfestellung für Hilfebedürftige. Was für viele möglicherweise ein Anreiz sein könnte, sich entsprechend zu engagieren.

Folgendes Szenario wäre durchaus vorstellbar:

1. Nach Klärung wesentlicher Fragen, die in Zusammenhang mit der Schaffung einer Währung zu stellen sind (und die insbesondere fiskalische und organisatorische Probleme betreffen) könnten ohne überladene Organisationsstrukturen ortsunabhängige Hilfsprojekte ins Leben gerufen werden, wie wir es im Rahmen des PAL-Projektes bereits gezeigt haben.

2.  Wären diese Strukturen etabliert, ließen sich grade die Tauschringe gut in das System integrieren mit dem Ziel, Dienstleistungen irgendwann generell mithilfe dieser Währung anzurechnen. Entsprechend wäre vorstellbar, einen Teil des Geldes, das man für Kino- oder Friseurbesuche zu bezahlen hätte, in der Komplementärwährung bezahlt werden könnte.

3. Im dritten – zugegebenermaßen im Moment ziemlich gewagten Schritt – ließe sich durchaus vorstellen, die Realwährung zur Komplementärwährung konvertierbar zu machen. Und Leuten die Wahl zu lassen, ob sie in der einen Währungszone oder in der anderen arbeiten wollen. Oder sogar in beiden.

Ich will nicht alle sich daraus wieder ergebenen Konsequenzen an dieser Stellen erörtern. Es wäre ja auch vorstellbar, dass man über einen solchen Weg wenigstens mal diskutiert. Für die Occupy-Bewegung könnte durch das japanische System vielleicht wirklich eine Möglichkeit ergeben, der Welt zu zeigen wie einfach es sein kann.

Die Welt zu verändern.

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Literatur: Bernard A. Lietaer: Das Geld der Zukunft, Riemann Verlag 2002

Junge, Junge. Ich habe bei dem ganzen Krempel, den ich hier so in der Gegend rumerzähle, oft genug das Gefühl nicht viel mehr zu tun mit dem Geschreibsel, als pure Langeweile zu verbreiten. Weshalb ich mir nicht immer erklären kann, weshalb sich das ganze Gedrösel hier doch immer mal wieder jemand anzusehen scheint. Und warum ich im Umkehrschluss überhaupt darüber schreibe. Ebenso wenig wie ich mir erklären kann, warum ich so einen verqueren Einstieg in diesen Artikel gewählt habe. Naja, quod erat demonstrandum. Oder war es doch errare humanum est? Jedenfalls… bevor ich mit meinen kaum vorhandenen Lateinkenntnissen zu protzen beginne, will ich kurz die Brücke schlagen zu dem Anliegen, das mich verleitete diesen Artikel zu schreiben.

Ich sehe mich nämlich leider genötigt wieder einmal zum Finanzsystem Stellung zu nehmen, obwohl ich gehofft hatte, mit meiner eben erst abgeschlossenen Serie die Sache erst einmal auf sich beruhen lassen und endlich die Wertedebatte in Gang setzen zu dürfen, was mir ein echtes Anliegen wäre. Und nachdem ich nun vermutlich den letzten geneigten Leser mit meinem langweiligen Eingeleite vergrault habe, möchte ich doch kurz drei Dinge klarstellen, die in der derzeit allerorts geführten Diskussion über das Finanz- und Geldsystem immer wieder zu Missverständnissen führen. Und da wir das meiste davon schon längst und unlängst besprochen haben, fasse ich mich so kurz wie möglich. Damit mir beim Schreiben nicht am Ende selbst noch die Finger einschlafen.

1. Geldschöpfung und Zins
Ich denke, es lohnt die Diskussion nicht, dass sowohl Geldschöpfung als auch Zins- und Zinseszinsmechanismus die nominale Geldmenge erhöht. Fraglich ist hingegen womöglich, welcher Effekt für das Finanzsystem problematischer ist. Ich persönlich halte den Zinseszinsmechanismus für bei weitem dramatischer aus zweierlei Gründen. Zum einen nimmt, bedingt durch die Mindesterserveverpflichtung, die durch die Geldschöpfung anwachsende Geldmenge mit jeder getätigten Transaktion ab und endet schließlich irgendwann, während aus dem Zinseszinseffekt eine exponentielle verlaufende Wachstumkurve resultiert. Auch wenn ich, worauf mich gestern erst ein Artikel aufmerksam gemacht hat, der von der EZB erhobene Mindestreservesatz von 2% für skandalös und nicht zweckdienlich erachte. Zum anderen bin ich mir – derlei sind einfach schrecklich komplex – nicht so ganz sicher, ob das Prinzip der Geldschöpfung nicht eine direkte Folge unseres durch den Zins determinierten Geldsystems ist, schlicht, weil in einem freiwirtschaftlichen System vermutlich nur eben soviel Geld geschaffen würde, wie tatsächlich benötigt wird.

2. Geld ist keine Ware
Ich kann es nur immer wieder betonen: Den entscheidenden Denkfehler, der gemacht wird ist der, dass Geld als Ware angesehen wird. Die Argumentation dabei erscheint gradezu zwingend plausibel: Warum darf ich ein Auto verleihen und eine Gebühr dafür erheben, aber kein solche Gebühr, also Zins, wenn ich dasselbe mit meinem Geld mache. Nun, das Problem an dieser Denkweise ist: Das Geld ist nicht das Auto. Das Geld ist die Straße, auf der das Auto fährt. Und ebenso wenig wie ich die Straße als Privatperson exklusiv nutzen kann oder gar eine Gebühr für deren Nutzung erheben dürfte (was wohl den Sinn einer Straße pervertieren würde) darf ich mit dem Geld verfahren. Wobei ich mir im Klaren bin, dass dieser Gedanke hinlänglich schwer zu begreifen ist. Schließlich handelt es sich dabei um einen Paradigmenwechsel, der entsprechend den Denkprinzipien, in denen wir leben und aufgewachsen sind, fundamental widerspricht. Allerdings sehen wir es heutzutage auch als gegeben an, dass die Erde eine Kugel ist. Was ziemlich schwer sein dürfte zu begreifen, wenn man sie bis dahin als Scheibe begriffen hat.

3. Der spieltheoretische Aspekt der Zinseszinsproblematik
Ich kann es, ehrlich gestanden, schon nicht mehr hören. Jaja, die Zinskurve verläuft exponentiell, die Forderungen steigen entsprechend ebenso wie die Schulden, Folge: systemimmanente Überschuldung, systemimmanente Zusammenbrüche. Laber, laber, laber. Und wenn man dagegen einen Negativzins einführte, würde das nicht nur diesen Effekt beenden, sondern auch den Kapitalumschlag erhöhen. Umlaufgesichertes Geld und so weiter. Schnarch. Was nämlich der alles entscheidende Vorteil eines freiwirtschaftlichen Geldsystems wäre, wäre die systemimmanente Notwendigkeit zu langfristigem Denken und Handeln. Und weil ich das hier schon echt ausführlich durchgekaut habe nur soviel: Im jetzigen System sind – zinsbedingt – heutige Einnahmen mehr wert als zukünftige. Kehrte man dieses Prinzip um, wären zukünftige Einnahmen automatisch mehr wert als heutige. Mit entsprechenden Konsequenzen für unser aller Denken und Handeln. Und so weiter.

Wie ich schon sagte, will ich eigentlich eine Wertedebatte beginnen, weil das ein ebenfalls ziemlich gravierendes Problem ist, was es zu lösen gilt. Allerdings finde ich keinen so rechten Ansatz dafür. Wenn also jemand einen Beleg für die These hat: Klischees sind Klischees, weil sie wahr sind, dann wäre es schön, wenn sich mal einer melden würde.

Märkte sind etwas wunderbares. Da braucht man sich nicht einmal die düsteren Zeiten sozialistischer Planwirtschaft in Erinnerung zu rufen, die zu Recht in den meisten Ländern der Welt inzwischen der Vergangenheit angehören. Nein, über Märkte werden verschiedenste Menschen aller Kontinente miteinander verbunden und schaffen gemeinsam, was ein einzelner niemals alleine auch nur annähernd zustande bringen könnte. Und das ohne sich abzusprechen, ohne in direkten Kontakt zu treten, ja, ohne sich überhaupt zu kennen. Wenn wir in den Supermarkt gehen, liegen dort Regale voller Waren, bunt, reichhaltig, vielfältig, preisgerecht in den meisten Fällen, qualitativ gut, in der Regel, angenehm präsentiert und bequem zu konsumieren, ohne dass auch nur einer von uns darum gebeten hätte. Ich bin jedenfalls nicht in den Discounter meines Vertrauens gegangen und habe den Mitarbeitern dort eine Liste der Dinge überreicht, die ich gerne zu konsumieren hätte. Nein, die Waren, die ich benötige, die sind einfach da. Und wenn es sie nicht an Ort und Stelle gibt, bekomme ich sie sicherlich anderswo. Oder ich bestelle sie einfach und lass sie mir liefern. Na, wie geil ist das denn?!?

Allerdings wird Geschichte von Gewinnern geschrieben, und wenn ich die Vorzüge der Märkte hochpreise, so tue ich das aus einer sehr verwöhnten, ignoranten und selbstgefälligen Position. Denn auf der anderen Seite sind Märkte dafür verantwortlich, dass die Meere leer gefischt werden. Dass die Regenwälder abgeholzt, die Gewässer verdreckt werden. Und Millionen von Menschen zu unwürdigsten Bedingungen für ein paar Cent im Jahr schwerste Arbeiten zu verrichten haben. Auch das ist ein Ergebnis der Existenz von Märkten. Denselben Märkten, die uns die Waren in die, ähem, Super-Märkte liefern.

Nun ist die Frage, ob das so sein muss. Ob man das Wohl nur haben kann, wenn es auf der anderen Seite auch ein Weh gibt. Und da muss ich am Ende dieser Serie sagen: Nein, ich glaube wirklich, das muss nicht sein. Wenn einige wesentliche Punkte beachtet werden.

1. Marktalternativen: Ich denke, es ist unstrittig, dass Märkte grundsätzlich die beste Möglichkeit darstellen, miteinander in Austausch zu bringen. Das beste Angebot, der beste Preis, die beste Qualität. Man erhält sie am ehesten, wenn man die Wahl hat zwischen verschiedenen Alternativen zu wählen. Dennoch kann es Sinn machen, Teile des gesellschaftlichen Zusammenlebens grade nicht den Märkten zu überlassen, sondern staatlichen Institutionen. So würde niemand auf die Idee kommen, zumindest die Landesverteidigung öffentlich auszuschreiben. Oder den Polizeidienst einem privatwirtschaftlichen Unternehmen überlassen. Entsprechend gibt es schlichtweg Bereiche, in denen Märkte nur bedingt von Nutzen sind. Was man – insbesondere bei Fragen der Sozialpolitik – immer im Hinterkopf behalten sollte.

2. Marktversagen: Wir haben es in dieser Serie mehrmals aufgezeigt: Märkte versagen zu oft, als dass man sie per se und grundsätzlich ohne staatliche Intervention sich selbst überlassen darf. Allein das Prinzip der Gewinnmaximierung würde Unternehmen verleiten, den Wettbewerb zu ihren Gunsten zu verzerren, wenn es keine Gesetze gäbe – oder behördliche Auflagen, die die Bevölkerung – oder zumindest die Konsumenten – schützte. Ob Sicherheitsauflagen missachtet, mit Inhaltsstoffen gepanscht oder Industriemüll stillschweigend entsorgt würde – ohne Kontrolle von außen wäre die den Märkten innewohnende Kraft durchaus in der Lage den Planeten zugrunde zu richten. Was ja in gewisser Hinsicht auch passiert.

3. Finanzmärkte: Was wir noch zeigen konnten in dieser Serie ist, dass die meisten Konstrukte der Finanzmärkte aus einem durchaus nachvollziehbaren Grund geschaffen worden sind. Vergleichbar vielleicht mit einer kleinen Schmiede, aus der sich ein multinationaler Großkonzern entwickelt, haben sich Hedgefonds, Banken und Versicherungen, ebenso wie Futures, Swaps und Forward Rate Agreements zu weltenverschlingenden Monstern entwickelt, die das Fortdauern unserer Gesellschaft massiv gefährden. Dass dies so ist, dafür sind erneut die Marktprinzipien verantwortlich, die die Coca-Colas, Daimler Benz und Googles dieser Welt hervorgebracht haben. Entsprechend darf man sich auch nicht beschweren, dass es sie gibt, die Ackermänner dieser Welt, sondern schlicht unter 1. und 2. angeführten Punkte auch auf die Finanzmärkte anwenden. Und ob das dazu führt, dass man bspw. den Derivatehandel verbietet – darüber sollen sich schlauere Leute den Kopf zerbrechen. Allerdings – und das ist hinsichtlich der Finanzmärkte die große Ausnahme – ist das zugrundeliegende, weltweite Geldsystem – namentlich das Prinzip von Zins und Zinseszins – schlichtweg falsch konzipiert. Weshalb es einen Großteil der Probleme gibt, die sich uns heute weltweit stellen.

Und damit muss es dann auch gut sein.

Es ist seltsam, dass um eine so wichtige Sache wie Geld ein derart großes Geheimnis gemacht wird. Oder hat einem von Euch in der Schule vielleicht ein paar dieser elementaren Zusammenhänge erklärt, die wir hier besprochen haben? Ich mein, man muss ja nicht unbedingt VWL studieren müssen, um etwas über das Geld und seine Funktion erfahren zu wollen. Ebenso wenig wie man Jura studiert haben muss, um von Dingen wie Garantieanspruch oder Gewährleistung schon einmal etwas gehört zu haben. Doch im Gegensatz zu diesen Begriffen, von denen die meisten von uns zumindest eine ungefähre Vorstellung haben, wissen genug Menschen nicht mehr über Geld, als man damit schöne Sachen kaufen kann. Was angesichts der Bedeutung des Geldes tatsächlich seltsam anmutet.

Es ist für mich ein großes Mysterium, warum das so ist. Warum alle über die Griechenlandkrise schwadronieren, gegen die Wall Street demonstrieren und über eine Lösung der Krise räsonieren, so als ob es diese Lösung nicht gäbe. Oder das zugrundeliegende Problem nicht längst erkannt wäre. Stattdessen wird so getan als wäre das alles irgendwie passiert und vielleicht nur, weil ein paar böse Banker zu gierig gewesen sind, und ein paar Griechen Steuern hinterzogen haben. Noch schlimmer sind die Schlüsse, die aus all dem gezogen werden. Da werden verschiedene Dinge miteinander vermischt, sich in Populismus geübt und – am schlimmsten von allem – immer und immer weiter verschleiert, am Thema vorbei geredet, und schön vom Kern des Problems abgelenkt.

Ich könnte jetzt davon anfangen, dass das Problem mit dem Euro, wie es sich derzeit darstellt, nicht in der – unbedingt sinnvollen – europäischen Gemeinschaftswährung begründet liegt, sondern im fehlenden politischen Zusammenhalt und politischen Durchsetzbarkeit der Eurostaaten. Oder – mit Blick auf die entstehende Occupy-Wallstreet-Bewegung – darlegen, dass es nicht fair ist, jetzt einfach die Banker zu verteufeln so als seien sie diejenigen, die allein Schuld sind an dem Schlamassel, in dem sich der Planet befindet. Aber da diese Serie schon viel zu lange läuft, und ich im Verlauf derselben oft genug vom kreuz und quer gesprungen bin, will ich mich heute allein auf das wesentliche konzentrieren. Damit ich hoffentlich in der nächsten Folge endlich zu einem Ende komme.

Ich glaube, es ist mir gelungen, einige einen Einblick zu geben in die Vorgänge auf den Finanzmärkten und wenigstens ein paar erhellende Worte gesagt zu haben, die das Verständnis der Vorgänge auf diesen für uns alle relevanten Märkte zu verbessern. Dennoch wäre die Betrachtung der Finanzmärkte nicht vollständig, wenn ich nicht wenigstens kurz das Geldsystem selbst thematisieren würde, auch wenn ich das auf diesem Blog schon so oft getan habe, dass ich kaum hoffen kann, mich nicht zu wiederholen. Ja, selbst in dieser Serie sind wir bereits kurz bim Thema Geldschöpfung darauf zu sprechen. Und es ist ein Phänomen, ich kann mich da nur wiederholen: Es ist ein echtes Phänomen, dass in der ganzen Banken-Schuldzuweisungslaberei mit Anti-Wall-Street-Protesten und Griechenlandkrisen ein wesentlicher Zusammenhang offenbar weder erkannt noch wenigstens überhaupt einmal zur Sprache kommt.

Wie kann es sein, dass Staaten Geld drucken, das sie an Banken verleihen, um sich danach dasselbe Geld von den Banken – gegen Zinsen! – zurück leihen und sich so verschulden. Zumal der Leitzins – also der von den Banken an die Zentralbank zu zahlenden Zins – so phasenweise so niedrig – in den USA bisweilen bei 0% – dass die Staaten den Banken das Geld regelrecht schenken. Das ist der eigentliche Skandal. Dass dieses System derart hirnrissig konzipiert ist, dass die Staaten förmlich gezwungen sind, sich bei den Banken zu verschulden. Insbesondere, wenn man sich wieder einmal den selbstzerstörerischen Zinsmechanismus in Erinnerung ruft, der automatisch dazu führen muss, dass ein Staat nach dem anderen unter der Last der Schulden zusammenbricht. Brechen muss. Da muss ich brechen, wenn ich daran denke.

Der Witz daran ist, dass alle so tun als wäre das ein immer währendes und gottgewolltes Prinzip, das einfach so ist. Und schlichtweg nicht zu ändern. Inzwischen reden die Reichen davon, mehr Steuern zahlen zu wollen, die Banker davon, Griechenland wenigstens einen Teil der Schulden zu erlassen und einige Politiker schon davon, die Banken zu verstaatlichen. Da mag man ja nicht einmal denken, dass die alle das nur deswegen tun, um dieses schwachsinnig konzipierte System irgendwie am Leben zu erhalten. Doch was helfen all die vermeintlich guten Vorsätze, wenn es am Gesamtzusammenhang nichts ändert. Was sollen denn die paar Milliarden bewirken, die man den Reichen an Steuern zusätzlich abnehmen könnte (wobei die selbst wohl kaum an Milliarden denken werden, wenn sie solche Vorschläge machen)? Und was die paar Milliarden, die man Griechenland jetzt allmählich zu erlassen gedenkt? Mal ganz zu schweigen von der Problematik, die Banken zu verstaatlichen. Oder was Herr Gabriel sich da genau vorstellt.

Wenn ich mit Leuten darüber rede, was eigentlich schief gelaufen ist, so heißt es vielfach: Die Staaten hätten nicht so viele Schulden machen dürfen. Und: Man kann halt nicht mehr ausgeben als man einnimmt. Als wären Staaten mit an marktwirtschaftlich Grundsätzen ausgerichteten Unternehmen zu vergleichen. Doch wie dem auch sei. Ich aber behaupte: Das weltweite Geldsystem hat sich aus den Systemen der Vergangenheit heraus derart falsch entwickelt, dass Zusammenbrüche von Staaten nicht nur nicht vermeidbar sind. Sondern sogar notwendiger Bestandteil des Systems. Weshalb die Situation, in der wir uns seit ein paar Jahren befinden, weder grundsätzlich neu ist, noch überraschen kann. Die einzige Neuerung ist, dass die jetzige Krise so viele Länder in den Abgrund reißen wird, dass es den Planeten nachhaltig und vermutlich für immer verändern wird.

Da bleibt dann nur zu hoffen, dass wir es danach wenigstens richtig machen. Zumindest wenn noch ein paar von uns am Leben sind.

Zum letzten Teil der Serie

Wie man sieht, ist es mit dem, was die Finanzmärkte für die Realwirtschaft tun nicht wirklich weit her. Was die Aktien anbelangt konnten wir zeigen, dass deren Kurs überwiegend von Überlegungen der Trader bestimmt ist , denn aufgrund solider Finanzdaten ermittelt wird. Zumal der Aktienhandel im Grunde nur bei Emissionen durch das Unternehmen mit Eigenkapitalbeschaffung zu tun hat. In Hinblick auf die Rating-Agenturen haben wir besprochen, dass deren Aufgabe zwar prinzipiell notwendig ist. Allerdings haben diese auch gezeigt, dass sie im Ernstfall schlicht gesagt nicht taugen. Und zu guter Letzt haben wir gesehen, dass ein großer Teil der Finanzmärkte reale Wirtschaftsprozesse weitestgehend außen vorlässt und sich sprichwörtlich um sich selbst dreht. Was wiederum durch das ganz zu Beginn dieser Serie dargelegten Prinzip der Evolution der Märkte erklärt werden kann. Auch wenn die Akteure an den Finanzmärkten verstanden haben, dieses Prinzip auf seltsame Weise zu pervertieren.

Erinnern wir uns: Die Entwicklung von Märkten kann mit den Prinzipien der Evolution verglichen werden, was nicht zuletzt ein Grund dafür ist, dass Märkte als Funktion derart erfolgreich sind. Zusammengefasst hat ein Marktakteur eine neue Idee (Mutation), die er auf den Markt bringt und von diesem entweder angenommen wird oder eben nicht (Selektion). Erfolgreiche Idee überleben am Markt, vergleichbar mit erfolgreichen Spezies wie etwa den Säugetieren. Andere verschwinden dafür, wie etwa das Wählscheiben-Telefon oder – evolutionsbiologisch – der Neandertaler. Nun haben wir gesehen, dass viele mit den Finanzmärkten in Beziehung stehenden Dinge – von Banken über Hedgefonds bis hin zu Derivaten – aus einem grundsätzlich vernünftigen Grund entwickelt worden sind. Was erklärt, warum sie sich so lange haben halten können. Allerdings haben die Akteure an den Finanzmärkten es tunlichst unterlassen, diese Prinzipien sonderlich – und im Sinne der sie benötigenden Volkswirtschaften – weiterzuentwickeln. Ganz im Gegenteil. Lobbyisten haben alles daran gesetzt, die Märkte abzukoppeln von staatlichen Kontrollen, der Hauptgrund, warum der Handel mit Derivaten der Welt regelrecht über den Kopf gewachsen ist. Aber natürlich werden jetzt einige Marktradikale aufspringen und sagen, dass das doch grade das evolutionäre Prinzip ist, von dem ich eben noch gefaselt habe. Entwicklung! Fortschritt! Und: Der Markt wird´s schon richten.

Mitnichten wird er das, wie wir bei unseren Betrachtungen zum Marktversagen zeigen konnten, ganz im Gegenteil. Schließlich haben deregulierte Märkte die Tendenz, Evolutionsprozesse zu unterbinden. Weil etablierte Unternehmen prinzipiell einen Vorteil haben gegenüber Start-Ups mit neuen Ideen. Sie sind besser vernetzt, kontrollieren oft genug den Marktzugang und mittels Werbung die Wahrnehmung beim Konsumenten. Zudem verfügen sie wahrscheinlich auch über das Kapital, um drohenden Konkurrenz auszustechen, in ihrer Entwicklung zu behindern oder gleich zu übernehmen. Weshalb man Märkte – zum Wohle der Allgemeinheit – grade nicht sich völlig selbst überlassen darf.

Es befremdet schon ein wenig – und erklärt auch einen Teil der weltweiten Proteste, die nun selbst das Mutterland des grenzenlosen Kapitalismus erfasst haben – welche Freiheiten die Finanzmärkte genießen. Insbesondere angesichts der unfassbaren Bedeutung, die sie für unser aller Leben haben. Erklärbar ist dieser Umstand nur durch das viele Geld, das auf und mit ihnen verdient wird. Die Big Player kaufen einfach alle fähigen Köpfe schlichtweg ein, in den USA sitzen und saßen ehemalige Banker in höchsten politischen Ämtern, darüber hinaus wird viel Geld eingesetzt, um auf politische Entscheidungsträger einzuwirken. Ich habe keine Ahnung, wie die Finanzindustrie es geschafft hat, die Politiker glauben zu machen, sie allein wären notwendig, um Frieden und Wohlstand zu bringen. Und wie sich die Welt immer noch schwer damit tut zu erkennen, dass eher das Gegenteil der Fall ist.

Oder, um es unter evolutionstheoretischem Blickwinkel zu betrachten: Die Finanzindustrie hat sich dahingehend weiter”entwickelt” immer vertracktere, undurchschaubarere Produkte zu entwickeln, die sie dann wahlweise unters Volk bringen oder sich gegenseitig aufschwatzen konnten. Das ist die eigentliche Leistung. Niemand hat sich in der Vergangenheit die Frage gestellt, wie die Finanzmärkte geschaffen sein müssten, um – was wir alle von ihnen verlangen – den Volkswirtschaften dieses Planeten zu dienen. Leider war aber – das muss man zur Ehrenrettung der Banker sagen – der Anreiz überhaupt nicht, zum Wohle des Volkes zu agieren. Sondern maximale Profite  zu machen. Weshalb es auch nicht wundern kann, dass es immer wieder und in regelmäßigen Abständen zu diesen Blasen und Krisen kommt. Denn am Ende siegt die Gier. Im besten Fall.

Im schlechtesten Fall ist nicht nur das Anreizsystem das falsche, nachdem die relevanten Akteure ihre Entscheidungen treffen. Sondern auch das allem zugrundeliegende Gesamtsystem. Und das ist in unserem Fall leider so. Was wir beim nächsten Mal zeigen werden.

Zum 18. Teil der Serie