Es ist seltsam, dass eines der weitreichendsten Prinzipien unseres Wirtschaftssystems kaum jemandem bekannt ist – und auch kaum jemanden wirklich zu interessieren scheint. Befassen wir uns trotzdem einmal mit dem Prinzip der Geldschöpfung und versuchen kurz darzustellen, wie Geld entsteht.

Kurzum: Indem es gedruckt wird. Die Zentralbank eines Landes schmeißt die Druckerpressen an und druckt soviel Geld wie gebraucht wird – und wieviel gebraucht wird hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wird bspw. ein Krieg geführt, muss das Geld dafür  irgendwo herkommen, entsprechend wird mehr Geld gebraucht. Ist zuviel Geld im Markt, entsteht Inflation, was sich in steigenden Preisen ausdrückt. Folglich wird weniger Geld gebraucht.

Soweit so gut. Wie aber kommt das Geld in den Kreislauf? Nun bpsw. über ganz normale Geschäftsbanken. Die leihen sich Geld von der Zentralbank. Und verleihen es weiter an Unternehmen oder Privathaushalte. Oder über den Staat. Der stellt der Zentralbank bspw. Schuldscheine aus und erhält im Gegenzug Geld, um seine Ausgaben zu decken. Und beide – Geschäftsbanken und Staat geben irgendwann das geliehene Geld mit Zinsen an die Zentralbank zurück. Ach, ist das herrlich. Das System funktioniert.

geldschopfung

Was aber wird mit dem Geld solange es im Kreislauf zirkuliert? Nun, nehmen wir an, Geschäftsbank A leiht sich 100 Euro von der Zentralbank, hält einen Teil, sagen wir 10% also 10 Euro als Sicherheit zurück und verleiht die verbliebenen 90 Euro an Kunden X.  X bringt das Geld durch Käufe in den Kreislauf, wo es schließlich bei Geschäftsbank B eingezahlt wird. Geschäftsbank B hält von den 90 Euro 9 Euro als Sicherheit zurück und gibt die verbliebenen 81 Euro an Kunden Y, der sie wieder in den Kreislauf bringt. Und so weiter. Und am Ende hat man aus den 100 Euro fast 900 gemacht, die im Kreislauf zirkulieren. Ist das nicht phantastisch? Man hat Geld sozusagen aus dem Nichts geschaffen. Hammer! Und so lange niemand – oder nur wenige – ihr Geld wiederhaben wollen, ist auch alles in Ordnung.

Was diese Geldschöpfung aus dem Nichts für Konsequenzen hat, darauf werden wir sicherlich zurückkommen. Hier soll nur die Frage gestellt werden, wem die Zentralbank eigentlich gehört, die das Geld druckt (oder zumindest den Auftrag erteilt, Geld zu drucken oder zu prägen).

Und natürlich drängt sich einem die Frage auf, was das für eine dämliche Frage ist. Dem Staat gehört die Bank. Natürlich. Wem sonst? Und es verwundert doch sehr, wenn man erfährt, dass das nicht zwangsläufig so ist. Zwar ist die Deutsche Bundesbank offenbar im Besitz des Bundes (insgesamt lassen sich – zumindest im Netz – nur sehr wenige Informationen über die Eigentümerverhältnisse der Zentralbanken ermitteln).

Aber die vielleicht wichtigste Zentralbank der Welt, die US-amerikanische FED, gehört privaten Geschäftsbanken, die die Lizenz haben, Geld zu drucken. Aus dem Nichts. Einfach so. Was echt ein ziemlicher Hammer ist.

Denn der US-Präsident benennt lediglich das Direktorium der FED. Wenn er jedoch Geld benötigt, muss er es sich dort leihen. Gegen Zinsen versteht sich. Für die die gesamte Volkswirtschaft aufkommen muss.

3 Responses to “Goldesel im Keller”

  1. Danke für deine beharrlichkeit uns zu Informieren (bilden). Bei mir ist schon wirksamkeit zu spüren ;-)

  2. [...] schöner anhören als im Märchen, das große Rad gedreht. Aber da die beteiligten Banken ja fast nach Belieben Geld schöpfen können (in der Grafik durch den Wasserhahn dargestellt), muss man sich keine Sorgen machen, dass es [...]

  3. [...] Geldschöpfung und Zins Ich denke, es lohnt die Diskussion nicht, dass sowohl Geldschöpfung als auch Zins- und Zinseszinsmechanismus die nominale Geldmenge erhöht. Fraglich ist hingegen [...]

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