Da mir der Browser abgeschmiert ist, kurz bevor ich den bereits fertigen Artikel abgespeichert habe, mache ich es kurz: Was Zinsen sind, wissen wir wohl alle. Hier aber geht es nicht um Zinsen, also um eine Gebühr, die auf geliehenes Geld anfällt. Sondern um Zinseszinsen, also um den Zins, der  für bereits gutgeschriebene Zinsen eines früheren Berechnungszeitraumes gezahlt wird. Und der dafür sorgt, dass die Summe des geliehenen Geldes – sofern es nicht getilgt wird – stetig weiter wächst. Und damit auch die Zinsen. Da sich natürliche Ressourcen – wenn man keine Bestandspflege betreibt – irgendwann erschöpfen

der Zinseszins aber als – nennen wir es mal hypothetisches – Konstrukt einer Exponentialfunktion ähnelt

werden diese beiden Sachverhalte wohl irgendwann miteinander kollidieren. Denn schließlich bedarf es immer noch der Produktion realer Güter, um die Erträge zu erwirtschaften, mit denen die Zinsen gezahlt werden können. Wer sich das ganze noch anschaulicher vor Augen führen möchte, sei an den so genannten Josephspfennig erinnert: Ein Pfennig, im Jahre 0 zu 2% verzinst, wäre heute auf das unfassbare Vermögen von (nochmal schnell bei Wikipedia nachgeschlagen…)  50 Millionen Tonnen Gold angewachsen. Wobei in der gesamten Geschichte der Menschheit überhaupt nur etwa 155.000  Tonnen Gold geschürft wurden. Was nicht bedeutet, dass uns das in irgendeiner Weise betrifft, denn derlei dramatische Effekte kommen erst nach Jahrhunderten zum Tragen. Was natürlich auch nicht bedeutet, dass man sich nicht schon mal Sorgen machen darf.

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Links:

Diplomarbeit zum Thema Freiwirtschaftslehre von Norbert Rost
Die Problematik des Zinssystems von Bernd Senf

Literatur:

Bernhard A. Lietaer: Das Geld der Zukunft. Riemann, München 2002
Bernd Senf: Die blinden Flecken der Ökonomie – Wirtschaftstheorie in der Krise. Gauke, Kiel 2007

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