Mai 17

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Posted by me in Das Netzwerk

Es ist unschwer zu erkennen, dass dieser Blog mehr oder minder zum Stillstand gekommen ist. Zwar hält Sir Winston Wolf dizrespect.com mit seinen Videos-der-Woche unermüdlich die Stange – wofür ihm ehrlicher Dank gebührt. Die anderen Autoren allerdings – und damit meine ich selbstredend an erster Stelle mich – haben den Betrieb im Großen und Ganzen eingestellt. Dabei lief es zuletzt eigentlich ziemlich gut, wie man an den stetig steigenden Besucherzahlen auf dieser Seite erkennen konnte.

Es hat sich schon Ende letzten Jahres abgezeichnet, dass mir allmählich die Luft ausgeht hinsichtlich der Blogs und zu behandelnden Themen. Wenn ich mir meine Artikel vom Dezember / Januar ansehe, dann wirke ich darin schon so ratlos, wie ich mich jetzt fühle. Ich habe sogar versucht, ein Ziel zu formulieren, damit dizrespect.com vielleicht eine – oder eine neue – Richtung bekommt: „Und ich wünsche mir, mit diesem Blog – zumindest im Moment – einen kleinen Beitrag zu leisten, dass wir mehr von und in uns selbst erkennen. Um überhaupt erst einmal zu verstehen wie wir ticken und warum überhaupt. Denn erst dann können wir vielleicht Wege finden wie wir überhaupt miteinander klar kommen lernen: „Ich wünsche mir, mit diesem Blog – zumindest im Moment – einen kleinen Beitrag zu leisten, dass wir mehr von und in uns selbst erkennen. Um überhaupt erst einmal zu verstehen wie wir ticken und warum überhaupt. Denn erst dann können wir vielleicht Wege finden wie wir überhaupt miteinander klar kommen lernen.“ So klang das, schon deutlich ernüchtert, im Januar.

Danach folgte Fukushima, Griechenland zum 26., der sich abzeichnende Bankrott der USA, der Tod von Osama Bin Laden, mehrere Facebook-Datenschutz-Skandale, die Schließung der dänischen Grenzen, begleitet von unüberschaubaren Unruhen in gefühlt einem Dutzend Arabischer Länder. Und die Einsicht, dass dieser Blog von der Wirklichkeit überholt wurde.

Es war immer meine Hoffnung – und sie ist es immer noch – dass wir – wir – wirklich etwas verändern können. Etwas tun können, die Welt zu retten, wie es so schön heißt in der Tagline dieses Blogs. Dass das thematisieren von Missständen, das Aufzeigen, Diskutieren darüber einen Sinn hat, der über reine Wortgeschiebereien hinausgeht. Und dass auch die realen Dinge, die dieser Blog angeschoben hat, allen voran das PAL-Projekt vielleicht irgendwohin führen. Und muss nun erkennen, dass das Alles überhaupt nirgendwohin führt. Heute schiebe ich immer noch Donnerstag Rollstühle durch die Gegend, wenn ich Zeit habe. Auch wenn ich am Ende wieder dort ankomme wo ich losgegangen bin.

Was soll ich schreiben? Noch zwölf Artikel über die katastrophale Wirkung des Zinssystems? Darüber, dass Guttenbergs Facebook-Jünger immer noch an die Aufrichtigkeit ihres Messias glauben und nichts anderes gelten lassen, obwohl inzwischen bewiesen ist, dass dieser Kretin nicht nur ein Blender ist, sondern schlichtweg ein Lügner, der sich zudem noch als in jedweder Form unfähiger Minister herausgestellt hat? Schon wieder? Zu welchem Zweck? Zu welchem Zweck soll ich über die Spieltheorie schreiben, über psychologische Erkenntnisse, die uns besser verständlich machen, warum diese lächerliche Ansammlung kultivierter Affen, die auf einem winzigen Stein durchs Nirgendwo fliegen, sich das Leben so schwer machen? Um mich selbst reden zu hören? Oder gar den Lesern etwas zu zeigen, was sie vielleicht noch nicht wussten? Aber warum beschränk ich mich dann nicht einfach auf Literaturangaben und die Verlinkung von Spiegel-Online-Artikeln, statt denselben Blödsinn zu erzählen, der in den endlosen Weiten des Netzes einmal rumgereicht wird? Ich habe nicht die geringste Ahnung warum ich das tun sollte. Denn allein der Gedanke daran lässt mich vor Langeweile fast unter den Tisch sinken.

Ich frage Euch das ehrlich. Und vielleicht kann mir einer von Euch eine Antwort darauf geben? Was stelle ich – was stellen wir jetzt an mit diesem Blog? Ich meine das wirklich Ernst. Wenn einem irgendetwas dazu einfällt, dann bitte, bitte schreibt mir. Ich selbst bin schlichtweg ratlos.

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