Ich weiß, dass ich eigentlich die Serie über die (Finanz-)Märkte weiter schreiben und endlich auch zu Ende bringen sollte, aber da ich mir momentan nicht so richtig im Klaren bin, wie da weitermachen soll, ein kleine Einschub im Nachhall der von der SPD wenig überraschend gewonnenen Mecklenburg-Vorpommerschen Landtagswahl. Vielleicht liegt es daran, dass sich in unserem Land – außer der sich stetig verringernden Wahlbeteiligung – nicht viel ändert, weil einem jede Wahl wie ein Echo der vorherigen vorkommt. Und in der das Gelaber der Sieger stets dasselbe bleibt, gleich welche Partei, ähem, gewonnen hat.

CDU-Generalsekretär etwa sieht die Wahl völlig losgelöst und überhaupt nicht in Zusammenhang stehend mit der – wenn man sie so nennen will – Politik der Bundesregierung. Allenfalls hat es mit dem Euro zu tun, und Griechenland und all diesen Dingen, mit denen man überhaupt ja so gar nichts zu tun hat, weil man für die ja auch gar nix kann und so weiter. Und die FastDreiProzent-Partei entdeckt – wie Christian Lindner trotzig feststellt – plötzlich Brot-und-Butter-Themen für sich, womit vor allem gemeint sind: “harter Euro, starke Wirtschaft und stabile Arbeitsplätze”. Auch wenn das vermutlich nicht ausreichen wird, um über die Drei-Prozent-Hürde zu springen. Oder wenigstens die Piraten-Partei im Pool der “Sonstigen” zu überholen.

Die Linke, die bis 2006 mit in der Regierung saßen, erhebt nach einem mickrigen Zugewinn von 1,6% den Anspruch, wieder mitregieren zu wollen und wertet den Wahlausgang als Erfolg. Auch wenn sie sich wahrscheinlich selbst nicht erklären kann, warum die Partei in der Wahl 2006 glatte 8% in den Keller gerutscht ist. Mann muss es halt positiv sehen. Was die Grünen auch können, die zum ersten Mal überhaupt in den Schweriner Landtag einziehen. Da die Anzahl der Mandate aber nicht reichen, um mitregieren zu können, muss befürchtet werden, dass in Mecklenburg-Vorpommern alles stillsteht wie bisher. Wenn ich die Worte von Grünen-Partei-Chef Cem Özdemir richtig zu deuten verstehen.

Und die Wahlgewinner von der SPD? Na ja, Parteichef Sigmar Gabriel wähnt sich ja am Beginn einer langen Serie sicher gewonnener Landtagswahlen, die letztendlich in einer gewonnen Bundestagswahl münden. Was selbstredend an der unnachahmlichen Politik der SPD liegt und der Fähigkeiten ihres Vorsitzenden. Ansonsten bleiben sich die Genossen ebenso treu wie die Anhänger der übrigen Parteien und fangen gleich am nächsten Tag wieder an sich zu beharken. Weshalb Michael Sommer gleich man klarstellt, dass er Peer Steinbrück, der laut Umfragen im Moment der beliebteste Politiker Deutschlands ist, für ziemlich ungeeignet hält als Kanzlerkandidaten. Was ja Generalsekretären Andrea Nahles vor einer Wochen schon andeutete. Die einst für den Rücktritt von Franz Müntefering sorgte. Ach, wenn die Linken doch einmal lernen würden, sich nicht ständig ins Knie zu schießen!

Was aber am lustigsten ist: Ich werde diesen Artikel in knapp zwei Wochen noch einmal veröffentlichen, wenn die Berliner gewählt haben. Und mich würde es wundern, wenn ich außer ein paar Namen etwas ändern müsste.

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