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Über dem tropischen Regenwald von Papua-Neuguninea kann man allabendlich eines der merkwürdigsten Schauspiele der Natur beobachten. Millionen von Glühwürmchen erheben sich in die Luft und beginnen zunächst paarweise, dann in Gruppen von drei, zehn, hundert und tausend, ihr Licht fast perfekt zu synchronisieren:

„Stellen Sie sich einen zehn oder fünfzehn Meter hohen Baum vor, auf jedem Blatt ein Glühwürmchen, und all die kleinen Tiere leuchten in perfekt gleichem Rhythmus ungefähr dreimal in zwei Sekunden auf, während in den Zeiten dazwischen der Baum in völliger Dunkelheit liegt… Stellen Sie sich eine Flussböschung von 100, 200 Metern Länge vor, die ganz mit Mangroven bestanden ist, und auf jedem Blatt die synchron aufleuchtenden Glühwürmchen: Die Insekten auf den Bäumen an den Enden des Uferwalds in völligem Gleichtakt mit denen dazwischen.“

So beginnt der heute vor einem Jahr verfasste Artikel Das Funkeln der Glühwürmchen, mit dem wir dizrespect.com gestartet haben. Und auch wenn sich nach einem Jahr immer noch nicht mehr als 8 oder 10 Leute am Tag hierher verirren,  hat sich das Ganze – wie ich finde – bis hierhin trotzdem gelohnt. Immerhin haben wir in dieser Zeit fast 300 Artikel veröffentlicht (dies hier ist der 292.) und ein paar – wie ich hoffe – interessante Dinge thematisiert und aufgezeigt.

Außerdem hat das Schreiben der Artikel geholfen, wichtige Dinge wie das PAL-Projekt klarer herauszuarbeiten. Und einige Dinge über das Geldsystem und diesen ganzen drögen Mist verständlicher zu machen. Und wenn wir es nebenbei noch geschafft haben, die paar Leser mit ein paar witzigen, unterhaltsamen Videos usw. zu unterhalten, hat sich das Ganze…

Aber das hatten wir ja schon. Wir machen jedenfalls weiter machen wir. Und vielleicht werden sich in Zukunft ja noch ein paar andere Leute finden, die Lust haben, an der Seite mitzumachen. Schließlich bleibt ne Menge zu tun.

Um die Welt zu retten.

Jun 20

Erkenne Dich selbst!

Posted by me in Hain des Plato

Ein wesentliches Ziel dieses Blogs ist es, unser Denken zu verändern. Dizrespect. Vor dem, was es schon gibt. Vor dem, was wir glauben was ist. Und vor dem, was wir glauben, wer wir sind.

Der Artikel über Priming hat bereits angedeutet, dass Dinge, die jeder von uns über sich selbst zu wissen glaubt, vielleicht doch nicht so sind wie sie scheinen. Wenn Schwarze in einem Test schlechter abschneiden, nur weil sie sich bewusst werden, dass sie schwarz sind, wie viele Dinge mögen in unserem Unterbewusstsein schlummern, von denen wir niemals annehmen würden, dass sie mit unserer Person in irgendeiner Form überhaupt jemals etwas zu tun hätten?

So gehen Psychologen davon aus, dass Menschen nicht immer sagen, was sie denken, weil sie es entweder nicht wollen oder nicht können. Wenn bspw.  eine rauchende Person gefragt wird, wieviele Zigaretten am Tag raucht, kann es sein, dass sie die wahre Anzahl untertreibt, weil sie sich schämt oder Angaben darüber verweigert, weil sie die Wahrheit nicht sagen will. Andererseits kann es auch sein, dass die Person eine Schachtel statt tatsächlich gerauchter zwei angibt, weil sie es ernsthaft glaubt. In diesem wird unbewusst eine falsche Antwort gegeben, weil die Person die richtige Antwort nicht geben kann. Man spricht in diesem Fall von Selbsttäuschung.

Wissenschaftler der Harvard-University haben einen Test entwickelt, mit dem der Grad der Selbsttäuschung, gemessen werden kann: Der implizite Assoziationstest.

Er misst, inwiefern in jedem von uns Vorurteile vorhanden sind, gegenüber Frauen, Schwarzen, Schwulen oder Ossis. Den Test gibt es auf deutsch und er erfordert nicht mehr als ein paar Minuten Eurer Zeit, zumal Ihr die vorangestellte statistische Erhebung durch einfaches Clicken des „OK“-Buttons überspringen könnt (auch wenn den Wissenschaftlern diese Angaben natürlich helfen würden…).

Ich kann Euch nur empfehlen, diesen Test mal zu machen, weil man schon etwas über sich selbst herausfindet. Und vielleicht postet Ihr mal Eure Erfahrungen.
Ich hab ihn jedenfalls ein paar Mal gemacht und bin immer mit Pauken und Trompeten durchgerasselt. Ich verdammter Rassist, ich.